"Was ist, wenn mein Kind nicht mitmacht?"
... oder: die Angst etwas falsch zu machen













Eins ist schon mal klar: die wenigsten von uns stehen regelmäßig vor der Kamera. Man ist selbst aufgeregt. Bei Homestories gibt es Fragen bezüglich „ist es ordentlich genug?“ und die größte Sorge für die meisten ist wohl einfach, ob die Kinder beim Fotoshooting mitmachen. Wie oft spüre ich, dass es Eltern unangenehm ist, wenn sie zum Beispiel eine Belohnung versprechen oder wenn ihr Kind einfach keine Lust oder wilde Minuten hat.
Vor fast drei Jahren haben wir schon mal einen Journalpost über ein ganz ähnliches Thema geschrieben. Und auch bei Instagram versuch ich euch immer und immer zu vermitteln: Alles ist ok – und wir werden wunderschöne Fotos machen.
Als Familienfotografin – und selbst Mama – kenne ich diese Sorgen nur zu gut. Es ist alles ok – das ist das, was ich euch gerne immer und immer wieder sagen möchte.
Ich bin nicht nur Fotografin, sondern auch Sozialpädagogin mit Schwerpunkt Frühe Kindheit. Warum möchte ich euch das erzählen? Ich weiß, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind oder auf Knopfdruck funktionieren. Und das sollen sie doch auch gar nicht. Sie haben ihre Bedürfnisse, Stimmungen und Grenzen – und genau die dürfen sie bei mir zeigen.
Ein Shooting ist kein Leistungstest. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Wenn dein Kind anfangs schüchtern ist, lieber bei dir bleiben möchte oder einfach keine Lust hat, dann ist das kein Problem – sondern ein ganz normaler Ausdruck seiner Persönlichkeit.
Was mir wichtig ist: dass ihr euch als Familie vor meiner Kamera wohlfühlt. Kinder spüren sofort, wenn Erwartungen oder Druck im Raum stehen. Deshalb gilt bei mir: Alles darf, nichts muss. Oft entstehen gerade in den ungeplanten Momenten und dazwischen die ehrlichsten und schönsten Bilder.
Und was ist mit Belohnungen? Ganz ehrlich: Ich verurteile das nicht. Ganz im Gegenteil. Und mir tut jeder entschuldigende Blick von Eltern leid mit einem „wir bestechen“. Ob kleines Versprechen, Lieblingssnack oder die Aussicht auf ein Eis danach – ihr kennt euer Kind am besten. Für manche Kinder kann das eine liebevolle kleine Motivation sein. Für andere funktioniert es gar nicht. Beides ist völlig in Ordnung.
Unabhängig davon versuche ich immer Vertrauen auf zu bauen, gehe auf Augenhöhe, lasse Raum, lasse mich auf kindliches Spiel ein. Kinder (und die Erwachsenen) dürfen – nein sollen – ganz sie selbst sein.











Mir geht es nicht darum, dass ihr „perfekt funktioniert“. In unserer Art zu fotografieren geht es darum eure Verbindung sichtbar zu machen. Die kleinen Blicke, euer Lachen, das Kuscheln und Quatsch machen, das Trösten – eure Familienmomente.
Und wenn euer Kind an diesem Tag wirklich überhaupt gar keine Lust hat? Dann nehmen wir das Tempo raus. Manchmal braucht es einfach Zeit. Und manchmal entstehen genau dann die berührendsten Fotos.
Ihr müsst nichts leisten. Ihr dürft kommen wie ihr seid, euer Haus darf sein, wie es ist.
Wisst ihr, was wirklich bleibt?Das Gefühl. Die Nähe. Die kleinen, echten Augenblicke. Das Anlehnen, die kleinen Hände, die dich oder das Geschwisterchen halten. Dieses ehrliche, ungefilterte Kindsein.
Das liebe ich an meiner Arbeit –
wenn ich mir nur eines wünschen dürfte: dann, dass ihr euch nicht unter Druck setzt.